Liturgie ist Tun des Volks. In der erdwaertsmesse ist das Volk bestens beteiligt, alle singen mit, in einem wogenden Miteinander, das himmelwaerts steigt.

Dass die Messe ungewohnt erdwaerts heisst, fuegt sich gut zum gewohn-ten himmelwaerts. Denn alle Gottesdienste besingen das Heruntersteigen Gottes auf unsere Erde. Die Menschwerdung, so die oestliche Theologie, ist das Urereignis der Erloesung, sein unwiderruflicher Anfang. Gott kommt erdwaerts. Das laesst uns Gott applaudieren, was ja das Wort laus (Lob) enthaelt, also Lob hin zum (bis zum Tod am Galgen) heruntergekommenen Gott.

Ein Gottesdienst, der getragen von der erdwaertsmesse aufblueht, ueber-steigt die oede Frage nach tridentinisch oder vatikanisch. Er lebt von dem, was in allen Formen das Innerste ist: das in der Musik aufjubelnde Gottes-volk ueber den erdwaerts gekommenen Gott, der uns – in die Erde einge-boren - himmelwaerts zieht.

 

Univ. Prof. Dr. Paul Zulehner